Erste Hilfe bei Unfällen

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Verkehrsunfall, was ist zu tun?

Wenn sie einen Verkehrsunfall bemerken:

  1. Blick in den Rückspiegel, Warnblinkanlage einschalten.
  2. Geschwindigkeit mindern.
  3. 10 - 20 m vor der Unfallstelle halten, Abblendlicht zur Beleuchtung einschalten Dem in gleicher Richtung fließenden Verkehr entgegenlaufen. Warndreieck aufstellen, 
    Abstand  in der Stadt ca. 50 Meter
    Abstand auf Landstraßen mindestens 100 Meter
    Abstand auf Schnellstraßen 150 - 200 Meter
  4. Bei Kurven und Bergkuppen: Erstes Zeichen vor der Kurve oder der Bergkuppe aufstellen. 
  5. Warnung bei Nacht zusätzlich durch Warnblinkleuchten. 
  6. Bei allen am Unfall beteiligten Autos den Motor abstellen.
  7. Falls es irgendwo brennt, den Brand mit Feuerlöschern bekämpfen.
  8. Vor und hinter der Unfallstelle sollten Helfer ( besonders bei einspurige Landstraßen) die Verkehrsteilnehmer aus beiden Richtungen warnen. 
  9. Sofort Unfalldienst / Feuerwehr  verständigen oder verständigen lassen!
  10. Erste Hilfe leisten.

 

Erste Hilfe ohne persönliches Risiko

In medizinischen Notfällen ist eine sofortige Hilfeleistung von entscheidender Bedeutung.

Grundsätzlich kann der Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeit ein Infektionsrisiko bedeuten. Das Risiko einer solchen Ansteckung wird nach heutigem medizinischem Wissen als extrem gering beurteilt. Zum persönlichen Schutz sollen folgende Vorsichtsmassnahmen getroffen werden:

bulletVermeiden Sie, dass Ihre Haut/Schleimhaut mit fremden Blut oder Körperflüssigkeit in Berührung kommt (z.B. durch Tragen von Vinyl- oder Latexhandschuhen aus Ihrem Kfz-Verbandskasten)
bulletErfolgt trotzdem eine Verletzung oder ein Kontakt, sind die betroffenen Körperstellen sofort und gründlich zu desinfizieren und anschließend zu waschen.

 

Retten aus akuter Gefahr

Erkennen: Verletzter liegt auf der Fahrbahn
Was ist zu tun: Verletzten aus der Gefahrenzone bringen


Der Rautek - Rettungsgriff
  1. Über den Kopf des Verletzten treten, Füße neben dessen Ohren
  2. Unter den Nacken des Verletzten greifen
  3. Verletzten zum vornübergebeugten Sitzen bringen, dicht herantreten und mit Knien stützen
  4. Unterarm des Sitzenden vor dessen Leib legen, beide Hände durch die Achselhöhlen durchfahren und den Unterarm packen, die Daumen des Helfers nach vorn. Der Helfer geht dabei etwas in die Kniebeuge. Körpergewicht nach hinten verlagern, sich im Kreuz aufrichten und rückwärts schreitend den Verletzten aus der Gefahrenzone schleifen

Rettung aus dem Fahrzeug
Die  Rettung aus dem Fahrzeug wird auch mit dem Rautekgriff durchgeführt. Zuerst ist der Sicherheitsgurt zu lösen, eventuell ist der Sitz weiter nach hinten zu verschieben. Ist der  bewusstlose Verletzte nicht eingeklemmt wird folgender Maßen verfahren: Man greift jetzt den Verletzten in Gürtelhöhe von hinten, fasst dort die Kleidung und zieht den Verletzten zu sich herüber. Nun winkelt man einen Unterarm des Verletzten vor dessen Brust an, unterfährt dessen Achselhöhlen mit beiden Händen und ergreift den Quergelegten Unterarm (siehe mittleres Bild). Auf die Füße des Verletzten muss geachtet werden. Sie könnten an der Fahrzeugschwelle hängen bleiben oder auf der Straße aufschlagen. 

 

Sofortmaßnahmen bei Bewusstlosigkeit




Bei einer Ohnmacht muss die Person in die stabile Seitenlage gebracht werden. 
Sie verhindert  die Verlegung der Luftwege und das Eindringen von Fremdkörpern in die Luftwege.
 
 
  1. Zur Durchführung der stabilen Seitenlagerung tritt man seitlich an den Bewusstlosen heran.
  2. Bewusstlosen an der Hüfte anheben und den nahen Arm des Verletzten gestreckt unter das Gesäß legen.
  3. Nahes Bein des Bewusstlosen im Knie anwinkeln und Fuß unter die Kniekehle des anderen Beines stecken. Ferner Arm des Verletzten mit der Hand auf die nahe Schulter legen.
  4. Schulter und Gesäß erfassen und Bewusstlosen zu sich herüberrollen.
  5. Kopf des Bewusstlosen vorsichtig in den Nacken überstrecken und Gesicht etwas erdwärts wenden.
    Die Hand des jetzt oben liegenden Armes so unter den Hinterkopf schieben, dass der Kopf nicht wieder nach vorne rutschen kann. Den unter dem Körper des Verletzten liegenden Arm am Ellenbogen etwas nach hinten ziehen.

 

Erste Hilfe durch Atemspende

Mit der Atemspende ersetzt der Ersthelfer die stillstehende Atmung des Verletzten. Bei der Beatmung blasen Sie so lange mit Druck Luft in den Lungen des Verletzten, bis seine Atmung wieder einsetzt.
Vorbereitende Maßnahmen:
  1. Legen Sie den Verletzten, wenn möglich, auf den Rücken und lockern Sie zu eng sitzende Kleidungsstücke.
  2. Besteht Verdacht auf eine Rückenverletzung, dürfen Sie den Verletzten nicht bewegen, Beatmen Sie den Verletzten dann in der Lage, in der er sich gerade befindet.
  3. Achten Sie darauf, dass der Verletzte nichts im Mund hat, das seine Atemwege blockieren könnte. Speisereste, abgebrochene Zahnteile oder eine Prothese müssen  rasch entfernt werden.

Normalerweise erfolgt die Atemspende Mund-zu-Nase. Dies entspricht dem natürlichen Atemweg. Bei hohen Beatmungsdrücken und nicht ganz korrekter Technik gelangt nicht so leicht Luft über die Speiseröhre in den Magen.

Überstrecken des Halses zur Schaffung freier Atemwege Schon diese Maßnahme bewirkt in vielen Fällen die Atmung
Atemspende (Mund zu Nase):
bulletDer Helfer kniet seitlich neben den Kopf des Verletzten
bulletDurch starkes Überstrecken des Halses werden die Luftwege frei
bulletDer Daumen der am Kinn liegenden Hand dichtet den Mund durch Druck der Unterlippe gegen die Oberlippe ab. Der Mund muss geschlossen sein, da sonst die in die Nase eingeblasene Luft wieder entweichen kann. 
bulletDer Helfer atmet etwa tiefer als normal ein. Den weit geöffneten Mund um die Nase des Verletzten herum fest auf sein Gesicht aufsetzen und die Ausatmungsluft mit geringem Druck in beide Nasenlöcher des Verletzten blasen. 
bulletWährend der Ausatemphase des Verletzten hebt der  Helfer seinem Kopf, dreht ihn zur Seite um das  Zurücksinken des Brustkorbes zu beobachten und gleichzeitig das Strömen der Ausatemluft an der Wange zu fühlen und zu hören.
bulletDer Vorgang wird bei Erwachsenen ca. 15mal in der Minute wiederholt (dieser Rhythmus entspricht dem natürlichen Atemrhythmus des Helfers).
bulletImmer wieder die Kopflage des Verletzten überprüfen: Kopf gerade legen und Hals erneut überstrecken.
Der Helfer führt die Beatmung so lange durch bis die Atemspende erfolgreich ist, d. h. die Eigenatmung des Verletzten tritt wieder ein, oder fachliche Hilfe zur Stelle ist oder der Arzt die Beendigung anordnet. Anzeichen für eine erfolgreiche Atemspende sind, wenn sich die Hautfarbe (insbesondere an Lippen, Fingern, Ohrläppchen) normalisiert und sich Bewegungen im Bereich des Halses oder andere Bewegungen zeigen.
Atemspende ( Mund zu Mund):
bulletDer Helfer kniet seitlich neben den Kopf des Verletzten.
bulletDurch starkes Überstrecken des Halses werden die Luftwege frei.
bulletEine Hand wird unter den Nacken des Verletzten geschoben. Die andere Hand drückt die Stirn zurück und gleichzeitig  werden die Nasenlöcher mit Daumen und Zeigefinger verschlossen.
bulletDer Helfer atmet etwas tiefer als normal ein und bläst seine Ausatemluft mit geringen Druck in den Mund des Verletzten.
bulletWährend der Ausatemphase des Verletzten hebt der  Helfer seinem Kopf, dreht ihn zur Seite um das  Zurücksinken des Brustkorbes zu beobachten und gleichzeitig das Strömen der Ausatemluft an der Wange zu fühlen und zu hören.
bulletDer Vorgang wird bei Erwachsenen ca. 15mal in der Minute wiederholt (dieser Rhythmus entspricht dem natürlichen Atemrhythmus des Helfers).
bulletImmer wieder die Kopflage des Verletzten überprüfen: Kopf gerade legen und Hals erneut überstrecken.
Der Helfer führt die Beatmung so lange durch bis die Atemspende erfolgreich ist, d. h. die Eigenatmung des Verletzten tritt wieder ein, oder fachliche Hilfe zur Stelle ist oder der Arzt die Beendigung anordnet. Anzeichen für eine erfolgreiche Atemspende sind, wenn sich die Hautfarbe (insbesondere an Lippen, Fingern, Ohrläppchen) normalisiert und sich Bewegungen im Bereich des Halses oder andere Bewegungen zeigen.
Atemspende bei Kindern:
bulletLegen Sie das Kind mit dem Rücken auf Ihren Schoß und beugen Sie seinen Kopf leicht nach hinten.
bulletLegen Sie Ihrem Mund über den Mund und Nase des Kindes.
bulletMit leichtem Druck blasen Sie nun die Luftmenge ein, die sich in Ihrer Mundhöhle befindet.
bulletWährend der Ausatemphase des Kindes hebt der  Helfer seinem Kopf, dreht ihn zur Seite um das  Zurücksinken des Brustkorbes zu beobachten und gleichzeitig das Strömen der Ausatemluft an der Wange zu fühlen und zu hören.
bulletDer Vorgang wird bei Kindern ca. 20 mal in der Minute wiederholt.
Der Helfer führt die Beatmung so lange durch bis das Kind wieder regelmäßig atmet oder bis fachliche Hilfe gekommen ist.

 

Blutungen aus offenen Wunden

Erkennen: Stark blutende Wunden
Welche Gefahr droht? Verbluten, Schock
Was ist zu tun ? Hochhalten, Abdrücken, Druckverband, notfalls Abbinden

.
Die Blutstillung muss am liegenden Verletzten durchgeführt werden. Fast jede Blutung aus einer Wunde lässt sich durch genügend starken Druck von außen auf die Blutungsquelle zum Stillstand bringen. Unter Umständen muss man auch in eine Wunde hineindrücken; hierzu verwendet man möglichst keimarmes Material, z.B. Mullkompressen, geöffnete Verbandpäckchen. Notfalls können auch saubere Tücher verwendet werden. Da jede starke Blutung nicht nur direkt zum Tod, sondern auch zum lebensdrohlichen Zustand des Schocks führen kann, müssen im Anschluss an die Blutstillung stets die Maßnahmen der Schockbekämpfung durchgeführt werden.

Hochhalten - Abdrücken:

Bei Blutungen aus Wunden
im Bereich der Ellenbeuge, 
des Unterarms oder der Hand:
Abdrücken der Oberarmarterie. 
Seitlich am Kopf knien, je nach Lage der Verletzung Hand bzw. Handgelenk fassen und Arm hochhalten. 
Mit vier Fingern die Arterie in der Muskellücke auf der Oberarm-Innenseite gegen den Oberarmknochen drücken.
Durch das Hochhalten wird die Blutung vermindert, sobald die Blutungsstelle höher als das Herz des Verletzten liegt. 
Bei Blutungen aus Beinwunden:
Abdrücken der Oberschenkelarterie
mit beiden Daumen unter dem inneren Drittelpunkt des Leistenbandes, wobei die Finger beider Hände den Gegendruck auf der Hinterseite des Oberschenkels ausüben
Ausführung mit Verbandspäckchen
Die Wundauflage des Verbandpäckchens auf die Wunde legen und mit Bindengängen festhalten.
Das Druckpolster auf den Wundbereich legen ( z.B. geschlossenes Verbandpäckchen, Mullbinde o.ä.) und in die Bindengänge einbeziehen.
Blutet dieser Druckverband durch, zusätzlich Druckpolster und Befestigung mit Bindengängen.

 

Abbinden:
Eine Abbindung darf nur vorgenommen werden, wenn
bulletdie Blutung trotz Druckverband nicht aufhört
bulletAbdrücken oder Druckverband nicht möglich sind
bulletFremdkörper in stark blutenden Wunden stecken
bulletes sich um großflächige, stark blutende Wunden handelt
bulletbei offenem Knochenbruch ( am Arm oder Bein) gleichzeitig eine starke Blutung vorliegt.

Eine Abbindung darf nur mit breitem, schonendem Material (Dreiecktuchkrawatte, mindestens 6 cm breit) durchgeführt werden und nur Mitte des Oberarms und Mitte des Oberschenkels erfolgen.

Am Oberarm
Dreiecktuchkrawatte schlingenförmig um den Oberarm legen. Beide Enden durch Schlinge führen, Enden kräftig auseinander ziehen und unter Beibehaltung des Zuges um den Oberarm verknoten.
Am Oberschenkel
Dreiecktuchkrawatte locker um den Oberschenkel knoten. Knebel zwischen Bein und Tuch schieben und drehen, bis Blutung steht.
Knebel in dieser Stellung festbinden.

Zeitpunkt der Abbindung und Personalien des verletzten aufschreiben (Abbindungsmitteilung). Eine Abbindung darf vom Helfenden nicht mehr gelöst werden.

 

Schockbekämpfung

Erkennen:

bulletSchneller und schwächer werdender, schließlich kaum testbarer Puls
bulletFahle Blässe
bulletKalte Haut
bulletFrieren
bulletSchweiß auf der Stirn
bulletAuffallende Unruhe
bulletAugenveränderungen

Diese Zeichen treten nicht immer alle und nicht immer gleichzeitig auf.

Welche 
Gefahr droht ?
Wird der Schock nicht beseitigt, kann unter Umständen der Tod durch Sauerstoffmangel eintreten. 
Was ist zu tun ? Unverzüglich die Schockbekämpfung durchzuführen

Merke:
Die Schocklage darf 
nur bei vorhandenem
Bewusstsein 
durchgeführt werden.

bulletrasche Blutstillung
bulletNach Möglichkeit Betroffenen auf eine Decke legen
bulletLagerung des Patienten ( Schocklage herstellen)
bulletÖffnen beengender Kleidungsstücke
bulletVerletzten zudecken, nicht überwärmen
bulletAnhalten des Verletzten zu tiefer, langsamer Atmung
bulletFür Ruhe sorgen und Vielgeschäftigkeit vermeiden
bulletBeruhigen, tröstender Zuspruch

 

Erste Hilfe bei Knochenbrüchen

Der Ersthelfer kann Prellungen, Verstauchungen oder Verrenkungen nur selten von Knochenbrüchen unterscheiden. Daher handelt er stets so, als ob das Schlimmste, ein Knochenbruch, vorläge.

Erkennungszeichen: Schmerz, Schwellungen, unnatürliche Form
Maßnahmen           :

 

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Schonhaltung beachten 
Kein Einrenkungsversuch 
Kein Bewegungsversuch 

Ruhigstellung durch Lagerung, das heißt:
am Arm: Armtragetuch
Das Dreiecktuch wird so auf die verletzte Schulter gelegt, dass die Spitze zum Ellenbogen zeigt und ein Ende um den Nacken herum auf die unverletzte Schulter gelangt. Das andere Ende wird um den Unterarm herum zur unverletzten Schulter hoch gelegt. Beide Enden auf der unverletzten Schulter verknoten. Die Spitze im Bereich des Ellenbogens befestigen (eindrehen und Unterstecken). 

am Bein: Ruhigstellung durch Stabilisierung mit Decken, Kissen, Taschen oder ähnlichen.
In anderen Fällen ruhige Lagerung und so wenig wie möglich bewegen.
Bei offenen Brüchen:  Verband mit Polsterung
Vorrang vor allen
anderen Maßnahmen
haben:
 - Seitenlage 
 - Druckverband
 - Atemspende 
 - Schockmaßnahmen

 

Abnehmen eines Helmes

Das Abnehmen des Helmes wird nur bei Bewusstlosigkeit durchgeführt.
Dies geschieht immer durch zwei Helfer
Als erstes wird vorsichtig der Kinnriemen und dann das Visier am Helm geöffnet. Eine eventuell getragene Brille entfernen und den Helm in Längsrichtung, parallel zur Halswirbelsäule langsam abziehen. (siehe Schaubilder)

Der Helfer A  fasst jeweils den seitlichen Helmrand mit beiden Händen und hält den Helm unter Zug, dabei zieht er den Helmrand soweit als möglich nach außen, kippt den Helm leicht nach hinten und zieht ihn langsam ab.
Der Helfer B , der vorher den Kinnriemen gelöst hat, fasst gleichzeitig in Längsrichtung ziehend mit der linken Hand, mit dem Daumen und Zeigefinger haltend, den Hinterkopf, der dann in seine Hohlhand zu liegen kommt. Die rechte Hand fasst den Kinn, mitziehend und so weit hochrutschend, dass das Kinn ebenfalls in die Hohlhand zu liegen kommt. Dieser Zangengriff gewährleistet sowohl die Längsstreckung der Halswirbelsäule wie die Rückneigung des Kopfes, die für eine eventuelle  Atemspende nötig ist.

Der Kopf eines  Menschen ist schwerer als sie denken !

Achten Sie aber darauf, dass der Helm möglichst ruhig gehalten wird. Der Schutzhelm kann, ohne den Verletzten zu gefährden, nur entfernt werden, wenn der Patient auf dem Rücken liegt. 

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